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Willkommen im Pressebereich des Markts der Erde Sibratsgfäll

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Presseinfo Markt der Erde Sibratsgfäll

Markt der Erde Sibratsgfäll: Wie regionale Lebensmittelversorgung wieder näher zusammenrückt

Wie kann regionale Lebensmittelversorgung konkret aussehen? In Sibratsgfäll im Bregenzerwald wird diese Frage nicht nur diskutiert, sondern ausprobiert. Rund um Markus Dorner, seine Familie und mehr als 20 Produzent:innen ist mit dem Markt der Erde ein Ort entstanden, an dem Landwirtschaft, Lebensmittelhandwerk und Konsument:innen wieder direkt zusammenfinden – ganz im Sinne der Slow Food Idee von guten, sauberen und fairen Lebensmitteln.

Presseinformation
09/2026
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Sibratsgfäll liegt am Ende einer Straße im Bregenzerwald. Für Markus Dorner ist das weniger Randlage als Ausgangspunkt für eine ziemlich große Idee: Wie viel von dem, was ein Dorf, eine Region zum Leben braucht, könnte wieder in der Region selbst entstehen? Und was passiert, wenn die Menschen, die Lebensmittel erzeugen, wieder unmittelbar mit jenen zusammenkommen, die sie essen?

Markus Dorner bewirtschaftet gemeinsam mit seiner Frau Tanja den Dorner Hof in vierter Generation. Auf dem Biohof hält die Familie unter anderem Weiderinder, Hühner und Bienen. Daneben hat Markus Dorner ein Biomasseheizwerk errichtet, unterhalb davon befindet sich ein Gewächshaus. Sein Bruder betreibt die Dorfbäckerei, Markus Dorner selbst seit kurzem mit „Dorners Lädele“ auch den örtlichen Nahversorger. Dahinter steht eine Vorstellung von regionaler Versorgung, die weit über den eigenen Hof hinausgeht. Sein langfristiger Traum sei, „so weit zu kommen, dass wir uns in Sibratsgfäll in allen Belangen selbst versorgen können“.

Diese Haltung trifft einen Kern der Slow Food Philosophie: Lebensmittel nicht als anonyme Ware zu verstehen, sondern als Ergebnis von Landwirtschaft, Handwerk, Wissen, natürlichen Ressourcen und menschlicher Arbeit. „Gut, sauber und fair“ lautet der Anspruch von Slow Food – also Lebensmittel, die schmecken und kulturell verankert sind, möglichst ressourcenschonend erzeugt werden und den Menschen entlang der Wertschöpfungskette eine faire Perspektive ermöglichen.

Aus diesem Denken heraus entstand gemeinsam mit Tanja Dorner auch die Initiative für die Slow Food Gemeinschaft Sibratsgfäll – und mit ihr der Markt der Erde. Die Idee war zunächst einfach: einen Ort zu schaffen, an dem regionale Produzent:innen und die Menschen, die ihre Lebensmittel essen, wieder direkt miteinander in Kontakt kommen. Heute ist der Markt am Dorner Hof das Herzstück der Gemeinschaft.

Vom Frühling bis in den Herbst kommen hier regelmäßig mehr als 20 Produzent:innen aus Sibratsgfäll und ddem umliegenden Bregenzerwald zusammen. Auf den Marktständen finden sich Gemüse, Käse, Brot und kaltgepresste Öle ebenso wie Eingemachtes, regionale Spezialitäten und handwerklich hergestellte Produkte. Entscheidend ist dabei nicht allein, was verkauft wird, sondern von wem: Die Produzent:innen stehen selbst hinter ihren Produkten, verarbeiten, was auf ihren Höfen oder in ihren Manufakturen entsteht, und können erklären, woher ihre Zutaten kommen und wie sie arbeiten.

Genau darin liegt ein wesentlicher Unterschied zu anonymen Lebensmittelketten. Wer hier Käse kauft, kann mit den Menschen sprechen, die die Kühe halten und die Milch verarbeiten. Wer Gemüse mit nach Hause nimmt, erfährt, wie es angebaut wurde. Und wer regelmäßig kommt, kennt irgendwann nicht mehr nur Brot, Öl oder Honig, sondern auch die Menschen dahinter. Herkunft, Produktionsweise und Geschmack werden dadurch wieder miteinander verbunden.

Die Slow Food Märkte der Erde folgen international genau diesem Prinzip: Sie schaffen Räume für kleine landwirtschaftliche Betriebe und Lebensmittelhandwerker:innen, die ihre Produkte selbst erzeugen oder verarbeiten und persönlich für deren Herkunft und Qualität einstehen. Im Mittelpunkt stehen kurze Wege, transparente Beziehungen, saisonale Lebensmittel, handwerkliches Wissen und eine Landwirtschaft, die Vielfalt erhält statt sie zu verdrängen.

Für Markus Dorner geht es dabei jedoch um mehr als um Direktvermarktung. „Wir wollen wieder näher zusammenbringen, was zusammengehört: die Menschen, die Lebensmittel erzeugen, und jene, die sie essen“, beschreibt Markus Dorner den Ansatz. Dazu brauche es gleichzeitig „eine vielfältige, biologische und nachhaltige Landwirtschaft“, denn sie sei die Grundlage für gute Lebensmittel und eine lebendige Region.

Der Markt wird damit auch zu einem Schaufenster für das, was in einer kleinen Region oft über viele einzelne Höfe und Werkstätten verteilt ist. Neben dem Dorner Hof gehören etwa Betriebe wie die Familie Bär mit ihrem Bergkäse aus der Milch horntragender Kühe oder Leos Permakulturhof in Hittisau zum Netzwerk. Mehr als 20 Produzent:innen zeigen gemeinsam, wie vielfältig Landwirtschaft und Lebensmittelhandwerk im und rund um den Bregenzerwald heute sein können.

Diese Vielfalt ist für Slow Food zentral. Denn Biodiversität zeigt sich nicht nur in seltenen Tierarten oder alten Pflanzensorten, sondern auch in unterschiedlichen Bewirtschaftungsformen, Rezepturen, Verarbeitungstechniken und regionalen Esskulturen. Wo kleine Betriebe wirtschaftlich bestehen können, bleibt häufig auch dieses Wissen erhalten. Märkte wie jener in Sibratsgfäll schaffen dafür Sichtbarkeit und Absatzmöglichkeiten.

Dabei geht es bewusst nicht nur ums Einkaufen. Verkosten, nachfragen, miteinander diskutieren und Wissen weitergeben gehören zum Konzept ebenso dazu. Themen wie alte Sorten, Saatgut, handwerkliche Verarbeitung oder die Frage, unter welchen Bedingungen Lebensmittel entstehen, werden dort konkret, wo Produzent:innen und Konsument:innen einander gegenüberstehen. Aus einem Markt wird so ein Treffpunkt – und aus einzelnen Betrieben allmählich ein Netzwerk.

Das entspricht auch einem weiteren Grundgedanken von Slow Food: Konsument:innen nicht nur als Käufer:innen zu begreifen, sondern als Mitgestaltende des Lebensmittelsystems. Jede Kaufentscheidung beeinflusst, welche Formen von Landwirtschaft, Verarbeitung und Versorgung langfristig bestehen können. Der direkte Austausch am Markt macht diese Zusammenhänge greifbar, ohne sie abstrakt erklären zu müssen.

Dass dieser Treffpunkt gerade in Sibratsgfäll entstanden ist, passt zu Markus Dorners Verständnis von Regionalentwicklung. Statt immer größere Strukturen und längere Wege als gegeben hinzunehmen, möchte Markus Dorner ausprobieren, was sich vor Ort erhalten oder neu aufbauen lässt. Über die Entwicklung der Landwirtschaft sagt Markus Dorner selbst: „Wir müssen es so machen wie früher. Das ist komplizierter, es gibt viel einfachere Systeme. Aber das ist die einzige Möglichkeit, aus dieser Sackgasse herauszukommen.“

Der Markt der Erde Sibratsgfäll ist deshalb mehr als ein Bauernmarkt. Er ist ein konkreter Versuch, jene Prinzipien im Alltag umzusetzen, für die Slow Food weltweit steht: gute Lebensmittel, biologische und kulturelle Vielfalt, verantwortungsvolle Landwirtschaft, handwerkliche Verarbeitung, faire Beziehungen und die Möglichkeit, Ernährung wieder stärker regional mitzugestalten.

Oder, wie Markus Dorner es formuliert: „Produkte und Menschen sollen wieder näher zusammenrücken – und nicht alles, was wir essen, ständig weite Wege zurücklegen müssen.“